Streit ums Gas aus Russland

Veröffentlicht auf von Nix

09.01.2009. Wenigstens eine mehr oder weniger positive Nachricht gibt es. Die Ukrainie und Russland haben sich im Gasstreit geeinigt. In der Ukrainie sind russische Beobachter dabei, in Russland ukrainische. Die ersten sind schon vor Ort. Damit kann der Hahn wieder aufgedreht werden. Bis das Gas jedoch in Deutschland ankommt wird es etwa 3 Tage dauern so dass erst  am Montag (12. Januar) damit zu rechnen ist.

10.01.2009. Die Balkanstaaten erhalten Gas aus Deutschland und Ungarn während die Slowakei wieder ein altes, abgeschaltetes Atomkraftwerk hochfährt und damit gegen den Beitrittsvertrag mit der EU verstößt. Die Ukraine liefert derweil Gas aus eigenen Beständen an Moldawien und Bulgarien.

11.01.2009, Morgens. War zu früh gefreut geeinigt hat man sich wohl erste heute so richtig mit allen Unterschriften so dass man allerfrühestens am Mittwoch oder Donnerstag in Deutschland über diese Pipeline wieder mit Gas aus Russland hoffen kann.

11.01.2009, Abends. Wieder zu früh gefreut. Der russische Präsident Dmitri Medwedjew erklärt wegen angeblicher Unstimmigkeiten in der Fassung des Vertrages den die Ukraine unterschrieben hat das Abkommen für ungültig.

12.01.2009.
Die Ukraine zieht die umstrittenen Zusatzerklärungen zurück und unterschreibt das Abkommen ohne Änderungen. Anscheinend hat Russland bestätigt dass damit das Abkommen gültig sei. Jetzt soll der Gashahn morgen wieder aufgedreht werden. Damit wäre dann frühestens am Donnerstag in Deutschland wieder Gas zu erwarten.

13.01.2009, morgens. Um 8 Uhr wurde bei Gasprom in Russland der Gashahn wieder aufgedreht und es fliest wieder Gas Richtung Europa. Damit wäre dann frühestens am Donnerstag in Deutschland wieder Gas zu erwarten. Der eigentliche Konflikt zwischen der Ukraine ist noch nicht gelöst. Russland möchte eine Gaspreiserhöhung gegenüber der Ukraine durchsetzen. Der Preis soll von 179,50 US-Dollar auf 400 US-Dollar je 1000 Kubikmeter steigen. Die Ukraine möchte dafür von Russland höhere Gebühren für das Durchleiten des Gases durch die Ukraine nach Westen.

12.01.2009, mittags. Der Gashahn wurde mit neuen Vorwüfen von Russland gegenüber der Ukraine wieder geschlossen.  Der Ukraine wird von Gazprom vorgeworfen Gas welches für andere Länder bestimmt war aus der Pipeline entnommen zu haben. Das war die erste Meldung die ich dazu gelesen habe. Später kam noch eine laut der wieder die Ukraine schuld sein soll. Scheint also eine Never-Ending-Story zu werden.

14.01.2009. Die EU droht mit einer Klage gegen die Ukraine und Russland. Die Länder des ehemaligen Ostblocks denken über verstärkte Nutzung von Kernenergie statt während der Westen mehr über Erneuerbare Energien nachdenkt. Ausserdem überlegt man neue Pipelines zu bauen. Für Gas aus Russland über die Ostsee oder die Türkei. Für Gas aus dem Westen über Dänemark. Der derzeit amtierende EU Ratspräsident und tschechischer Regierungschef Mirek Toploanek möchte eine Öl- und Erdgasreseve für 120 Tage aufbauen.

15.01.2009. Die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko hat Gesprächen in Moskau die am Samstag stattfinden sollen zugestimmt. Präsident Juschtschenko lehnt das ab. Er er möchte lieber nach Prag reisen. Der Politikwissenschaftler Nico Lange  äußert sich in der Süddeutschen Zeitung über die Korruption im Ukrainischen EnergiesektorFür Russland gibt es dagegen hauptsächlich um Geld. Durch die Wirtschaftskrise wurde so viel Geld verloren dass man sich die geplante Erschliessung neuer Gasfelder kaum noch leisten kann.


16.01.2009. Die deutschen Gasspeicher leeren sich schneller erwartet. Man erwartet dass die Tanks bereits am nächsten Montag (19. Januar)  halb leer sind. Der Termin für den Krisengipfel in Moskau morgen um eine Lösung zu finden steht noch.

 

17.01.2009. Der Krisengipfel ging ergebnislos zu Ende. Putin und Timoschenko wollen die Gespräche in den nächsten Tagen fortsetzen. Man diskutiert über die Gründung eines westlichen Konsortiums welche die Durchleitung des Gases durch die Ukraine übernehmen soll.


19.01.2009. Es kommt bis jetzt kein Gas. Aber Putin und Timoschenko haben anscheinend wieder mal Verträge unterschrieben und sich über die Gaspreise für die Ukraine geeinigt. Für 2009 soll die Ukraine 20% Rabatt bekommen wenn der Transit des Gases zu vergünstigten Bedingungen organisiert wird. Ab 2010 muss die Ukraine den üblichen Marktpreis bezahlen. Der Ukraine droht der Staatsbankrott durch die Erhöhung der Gaspreise.

20.1.2009, morgens. Laut Fr. Timoschenko wird seit 2 Uhr MEZ wieder Gas in die ukrainischen Pipelines für den Transit gepumpt. Bis das erste Gas in Europa ankommt wird es (wenn es nicht wieder abgeschaltet wird) wohl bis morgen oder übermorgen dauern.
Mittags. In der Slowakei kommt wieder Gas an.


23.01.2009. Wie Gas auf dem Weg von Russland über die Ukraine nach Deutschland verschwinden kann (Welt)

24.03.2009. Die EU bezahlt Mrd. für die Modernisierung des ukrainischen Gaspipelinenetzes. Putin droht weil Russland nichts abbgekommen sollte (Tagesschau).

Ich hoffe daraus haben einige gelernt wie gut es wäre sich unabhängiger von Rohstoffen wie Gas und Öl zu machen und einmal ganz unabhängig von der CO2 Diskussion die Bemühungen zu verstärken auf alternative Energieformen umzusteigen und sparsamere Geräte und Immobilien zu entwickeln und zu bauen. Kernkraft ist KEINE Alternative!

 

25.12.2009. Russland läutet die nächste Runde im Gasstreit ein (Focus).

 

03.01.2010. Gazprom ein Jahr nach der Krise (Sueddeutsche).

 


 

Mehr zum Geschehen in diesem Jahr findet man in der Wikipedia: 2009

Veröffentlicht in Technik und Wirtschaft

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