Bankenkrise - Bitte um Übernahme der Schäden

Veröffentlicht auf von Nix

Nachdem mir meine Kunde am letzten Freitag mitgeteilt hat dass er mir wegen der Bankenkrise 10% weniger bezahlen möchte habe ich am Dienstag bekanntlicherweise folgendes Telefax an verschiedene Banken geschickt:

24. Februar 2009
Sehr geehrte Fr. ...

mein Kunde ist auf mich zugekommen und hat gemeint dass er mir aufgrund der Krise welche durch die Banken - also von Ihnen - verursacht wurde in Zukunft 10% weniger bezahlt. Da ich aber sicher nicht derjenige bin der für das aufkommen muss was andere verursacht haben stimmen Sie mir ganz sicher zu dass Sie ab sofort auch von mir 10% weniger haben wollen. Ich gehe deshalb davon aus wenn ich bis zum 13. März nichts Gegenteiliges von Ihnen höre dass Sie damit zufrieden sind wenn ich in Zukunft x-10% Euro/Monat überweise und diese dann als x Euro verbuchen werden.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

Mit freundlichem Gruss

Gar Nix

Heute habe ich von einer Bank darauf  folgende Antwort bekommen:
26. Februar 2009
Sehr geehrter Herr Gar Nix,

wir nehmen Bezug auf Ihr Schreiben vom 24.02.2009.

Wir teilen Ihnen mit, dass wir uns mit einer Kürzung der mit Ihnen vereinbarten Ratenzahlung nicht einverstanden erklären.

Wir erwarten weiterhin Monatszahlungen in Höhe von € X,--, da wir ansonsten unseren Vollstreckungsauftrag zur Fortsetzung bringen werden.

Mit freundlichen Grüssen

Person A              Person B

(Es unterschreiben bei dieser Bank immer 2 Personen)

Das bedeutet ich muss jetzt erst einmal bei der Bank nachfragen ob sie das ernst meint dass sie für die von Ihr verursachten Schäden nicht aufkommen will und das selbe großzügige Angebot noch einmal machen. Großzügig weil die 10% wenn ich den Anteil der Banken zusammenrechne nur etwa die Hälfte des durch sie erlittenen Schadens ausmachen. Ausserdem muss ich natürlich jetzt auch beim Amtsgericht nachfragen ob dieses auch der Meinung ist dass die Banken für die durch sie erlittenen Schäden nicht aufkommen muss.

01.03.2009. Heute habe ich an die Bank und an das Amtsgericht folgende zwei Telefaxe geschrieben:

Bank:

Sehr geehrte Frau ...,


erst einmal vielen herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 26. Februar 2009. Wenn ich es richtig interpretiere sind Sie der Meinung dass man für den Schaden den man angerichtet hat nicht einstehen muss.


Sie als Bank haben die Bankenkrise verursacht. Mein Einkommen wird wegen der Bankenkrise gekürzt. Folglich sind Sie der allereinfachsten Logik nach der Verursacher der dafür einstehen muss.


Ich folgere daher aus Ihrem Schreiben dass Sie in Zukunft ganz auf die Rückzahlung verzichten. Ich danke Ihnen ganz herzlich für dieses Zuvorkommen. Falls ich bis zum 20. Februar also nichts Gegenteiliges höre werde ich die Zahlungen einstellen.


Vielen Dank für Ihre Bemühungen!


Mit freundlichem Gruß


Amtsgericht:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Frau ... von der .... Bank hat mir in einem Brief vom 26. Februar 2009 mitgeteilt dass man für die Schäden die man angerichtet hat heutzutage nicht mehr gerade stehen muss. Daher nehme ich es mir heraus, Sie vorab zu bitten das Verfahren auf Kosten der ... Bank zu beenden. Wenn ich ihr Schreiben richtig interpretiere ist sie gerade dabei das Verfahren zu den Akten zu legen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

Mit freundlichem Gruß


04.03.09. Heute kam folgende Antwort auf meine Frage:


Sehr geehrter Herr Gar Nix,


wir nehmen Bezug auf Ihr Schreiben vom 01.03.2009.


Wie bereits mit Schreiben vom 26.02.2009 mitgeteilt, werden wir bei Nichteinhaltung unserer Zahlungsvereinbarung vom 12.01.2009 den gegenüber dem Gerichtsvollzieher ... (das Hr. wurde vergessen obwohl soviel Zeit eigentlich sein müsste) für ruhend erklärten Zwangsvollstreckungsauftrag fortsetzen.


Mit freundlichen Grüssen

Person A              Person B


Da mich dieses Schreiben aber in keinster Weise zufriedenstellen kann habe ich gleich mal folgende Anfrage geschrieben:

 

Sehr geehrte Frau ....,


Vielen äußerst herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 03.04.2009 leider sehe ich gar nicht dass Sie Bezug auf mein Schreiben vom 1. März nehmen.


Es scheint so als wir völlig aneinander vorbei schreiben. Daher noch einmal die Frage. Mein Einkommen wird vom Kunden wegen der Bankenkrise die von Ihnen verursacht wurde um 10% gekürzt. Da in einem Rechtsstaat (man sagt immer Deutschland wäre einer) der Verursacher für diese Dinge aufkommen muss sind Sie also in der Pflicht. Da ich annehme dass Sie Ihre Pflichten übernehmen gehe ich davon aus dass Sie ab sofort 10% weniger pro Monat haben wollen. Wenn ich annehme (wenn ich Ihr zweites Schreiben richtig interpretiere ist das Ihre Meinung) dass man nicht für das was man verursacht aufkommen muss dann sind die Zahlungen ganz gestrichen.


Ich gebe Ihnen bis zum 25. März 2009 Zeit sich zu überlegen was Sie nun wollen und wie Sie sich zu dem was Sie als Bank verursacht haben in Zukunft stellen. Höre ich nichts von Ihnen muss ich davon ausgehen dass Sie der Meinung sind in einem Rechtsstaat zu leben und somit mir die 10% pro Überweisung erlassen werden. Ich werde auch gerne noch 10 oder 20 Mal nachfragen bis ich eine Antwort habe die nicht an meinen Fragen vorbeigeht.


Vielen Dank für Ihre Bemühungen!


Mit freundlichem Gruß



31.03. 2009. Am Wochenende hatte ich noch eine Mahnung von der zweiten Bank bekommen. Bei einem Telefonanruf hat sich das aber geklärt. Sie hatten die 10% weniger pro Monat schon akzeptiert.Sie ging nur heraus weil ich wegen dem Warten auf eine Antwort auch etwas länger mit der Zahlung gewartet habe. Was ich da allerdings vermisst habe war ein kleines Schreiben mit: "Kürzung akzeptiert".
Die andere Bank lässt bis jetzt nichts mehr von sich hören aber da wird dann das nerventötende Gezerfe im April weitergehen wenn die Zwangsversteigerung (Nixblog) vorbei ist.



Mehr zum Geschehen in diesem Jahr findet man in der Wikipedia: 2009

Veröffentlicht in Politik und Wirtschaft

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