Arbeitsagentur

Veröffentlicht auf von Nix

Wie schon beschrieben bin ich gerade auf der Suche nach einem neuen Job weil ich wenn nicht noch ein Wunder geschieht als Freier Mitarbeiter im Automobilbau auf der Strasse sitzen werde.
Sobald ich also am Donnerstag, 2. April 2009 mündlich erfahren hatte dass der Vertrag demnächst gekündigt wird bin ich am selben Tag bei der Arbeitsagentur vorstellig geworden und habe den dicken Antrag zum Ausfüllen und einen Termin für eine zweite Vorstellung bis 9. April 2009 mitgenommen.
Am Freitag 03. April 2009 nachmittags um etwa 14 Uhr habe ich erfahren dass ich für eine Woche bei einem Kunden aushelfen muss. Dort bin ich dann von Montag 5. April 2009 bis Freitag 9. April 2009 gewesen ohne die Möglichkeit den Termin bei der Arbeitsagentur einhalten zu können. Daher habe ich am Donnerstag dem 8. April 2009 folgende E-Mail geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,


bei mir geht es darum dass mein Auftrag als Freiberufler zum 5. Mai 2009 gekündigt wurde. Ich war am Donnerstag letzter Woche bei Ihnen und habe das im Voraus gemeldet. Am Dienstag habe ich die Kündigung schriftlich bekommen und hatte diese Woche am Donnerstag einen Termin ausgemacht den ich aber mit grosser Wahrsacheinlichkeit nicht einhalten kann weil mein Kunde einen kurzen Auftrag für diese Woche bekommen hat der mich zwischen 7 Uhr und 17 Uhr in Untertürkheim beschäftigt.


Ich hoffe eine Verschiebung auf nächste Woche geht in Ordnung.


Mit freundlichem Gruss

Gar Nix

Die falsche Antwort darauf die ich bekam lautete folgendermassen:

 

Sehr geehrter Herr Nix,

wenn Sie ihre persöhnliche Vorsprache bei uns nicht heute noch vornehmen, kann Ihre erste Vorsprache vom 02.04.2009 nicht berücksichtigt werden.

Wir stehen Ihnen heute von 07:45 Uhr bis um 18:00 Uhr für Ihre Vorsprache zur verfügung.

mit freundlichen Grüßen
Bundesagentur für Arbeit

Daraufhin war ich sauer und habe folgende zugegebenermassen nicht gerade freundliche E-Mail geschrieben:

Sehr geehrte Bundesagentur für Arbeit


vielen Dank für die Frechheit. Soll ich vielleicht von Adorf nach Bstadt fliegen (ich komme hier frühestens um 17 Uhr raus und heute ist Osterverkehr in Stuttgart). Soll ich dem Kunden sagen ich kann heute leider das Projekt nicht fertig machen weil ... Wie stellen Sie sich das vor?


nein freundliche Grüsse bleiben mir da leider nicht übrig.


Guten Tag

Gar Nix


Als Antwort wurde mir ein relativ langer Gesetzestext gemailt von dem anscheinend den beiden Sachbearbeiterinnen (jo, dieses Mal wurden 2 Namen aufgeführt) der Inhalt nicht wirklich bekannt oder verstanden worden war:

Sehr geehrte Herr Nix,

Vielen Dank für Ihre nette E-Mail.

Als erstes möchte ich Ihnen sagen, dass Ihnen die Agentur für Arbeit nichts "Böses" will sondern Sie lediglich über Ihre Rechte & Pflichten nach dem Sozialgesetzbuch III aufklärt. Wir haben keinerlei Absicht Sie entweder "herfliegen" zu lassen oder Ihnen "freche" E-Mails zu schicken.

Ich nehme an der Sachverhalt war wie folgt:

Sie sind letzte Woche nach Kenntnis der Kündigung in die Agentur gekommen um sich persönlich zu melden. Da aber laut unserem Programm keine Daten mehr von Ihnen gespeichert waren hat Ihnen sicherlich die Kollegin einen Anmeldebogen ausgehändigt und Ihnen Zeit bis spätestens heute gegeben damit Ihre Anmeldung von diesem Tag gezählt werden kann.
D.h. Sie hatten Freitag, Montag, Dienstag, Mittwoch und einschließlich heute Zeit bei uns vorzusprechen. Wobei ich auch verstehen kann, dass Sie immer noch in Beschäftigung sind.

Leider haben wir aber auch Dienstanweisungen denen wir Folge zu leisten haben und für solche Fälle höchstens 5 Arbeitstage vorgesehen sind- dafür ist zum Beispiel auch der lange Donnerstag angedacht. Bei Ihnen hat man bereits schon Ihren Wunsch berücksichtigt und den heutigen Tag gewählt.

Bitte beachten Sie daher:


Ab 1.1.2009: § 38 Sozialgesetzbuch III - Rechte und Pflichten der Ausbildungs- und Arbeitsuchenden

Pflicht zur persönlichen Arbeitsuchendmeldung
Personen, deren Arbeitsverhältnis endet, sind verpflichtet, sich spätestens 3 Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden (§ 38 Abs. 1 SGB III).

Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunktes und der Beendigung des Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate, hat die Meldung innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu erfolgen.


Telefonische oder schriftliche Anzeige zur Fristwahrung
Zur Wahrung der Frist reicht eine Anzeige unter Angabe der persönlichen Daten und des Beendigungszeitpunktes aus, wenn die persönliche Meldung nach terminlicher Vereinbarung nachgeholt wird.

Beachten Sie bitte:

Wenn Sie sich nicht rechtzeitig oder nicht wirksam arbeitsuchend melden - weil Sie den mit der Agentur für Arbeit vereinbarten Termin ohne wichtigen Grund nicht einhalten - tritt eine Sperrzeit von einer Woche ein. Des Weiteren können Sperrzeiten eintreten, wenn Sie eine von der Agentur für Arbeit angebotene zumutbare Arbeit ohne wichtigen Grund ablehnen oder eine Einladung der Agentur für Arbeit sich zu einem bestimmten Termin zu melden ohne wichtigen Grund nicht wahrnehmen.

Wenn Sie einen vereinbarten Termin für eine persönliche Vorsprache in der Agentur für Arbeit aus einem wichtigen Grund, z.B. wegen Krankheit, nicht wahrnehmen konnten, weisen Sie dies bitte durch entsprechende Unterlagen nach.


Ziel
Mit dieser Regelung soll die Eingliederung von Arbeitsuchenden beschleunigt, die Zeit der Arbeitslosigkeit verkürzt und nach Möglichkeit sogar vollständig vermieden werden. Aus einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis heraus ist es in der Regel leichter möglich, eine neue Beschäftigung zu finden. Umso länger die Arbeitslosigkeit dauert, desto schwieriger gestaltet sich die Arbeitsuche und die Integration in Arbeit.

Deshalb ist es Ziel dieser gesetzlichen Regelung, die Zeit vor der Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses für eine aktive Beschäftigungssuche zu nutzen.

 

Trotzdem mit freundlichen Grüssen

Bearbeiterin 1 / Bearbeiterin 2

Ich habe dann noch folgende zwei E-Mails geschrieben wobei im Zweiten der Grund dafür steht warum die beiden Damen nicht die richtige Antwort gegeben haben, allerdings bis jetzt (15. April 2009, 10.30 Uhr) keine Antwort mehr bekommen:

Sehr geehrte Frau Bearbeiterin 1,

anscheinend können Sie nicht verstehen dass ich in Arbeit bin. Ich habe nun mal hier von mindestens 7 Uhr bis MINDESTENS 17 Uhr anzutanzen und kann leider nicht verstehen was Sie damit für Verständnisprobleme haben. Dürfen Sie von Ihrer Arbeit so einfach fortlaufen nur weil Sie "privates" zu erledigen haben?

1. Ich habe im Übrigen schon letzte Woche gemeldet was los ist warum Sie davon nichts mehr wissen wollen verstehe ich absolut nicht .
2. Arbeitssuche kann ich wohl ohne Sie genau so betreiben. Ich habe mich bereits bei den Onlineangeboten XING, Monster.de und Arbeitsagentur angemeldet (der Onlineauftritt der Arbeitsagentur war gestern abend lahmgelegt so dass ich mein Profil nicht anlegen konnte - bekomme ich dafür eine Woche gutgeschrieben?) und auch schon die ersten Bewerbungen abgeschickt.
3. Das Ziel der Arbeitsagentur kenne ich. Die Medien berichten da äußerst interessante Dinge davon wie denen die ihre Arbeit verloren haben mit allen gesetzlichen und ungesetzlichen Mitteln das ALG und ALG2 (70% der Bescheide falsch) gekürzt wird um vorgegebene "Ziele" zu erreichen.

Nett dass Sie den Text aus dem Sozialgesetzbuch zitiert haben. Ich wette es gibt auch Ausnahmen für Fälle in denen das so nicht funktioniert.

Gar Nix


Sehr geehrte Damen,

Sie haben da unten folgenden Satz drinstehen: "Wenn Sie einen vereinbarten Termin für eine persönliche Vorsprache in der Agentur für Arbeit aus einem wichtigen Grund, z.B. wegen Krankheit, nicht wahrnehmen konnten, weisen Sie dies bitte durch entsprechende Unterlagen nach."

Als Antwort auf meine Anfrage hätte ich also laut dem Gesetz ungefähr folgendes erwartet:

"Das geht unter der Bedingung in Ordnung wenn Sie das durch eine Bestätigung ihres Auftraggebers / Arbeitgebers nachweisen können ..."

Jetzt lesen Sie noch mal genau nach was Sie geschrieben haben und so ganz einfach falsch ist.

Gar Nix

 
Am Dienstag 14.04.2009, nach den Osterfeiertagen bin ich nun bekanntlicherweise auf der Arbeitsagentur gewesen. Zu dem Thema wollte die Dame aber keine Aussage machen. Das geht wohl über einen anderen Sachbearbeiter mit dem ich dann möglicherweise Anfang Mai herumstreiten muss. Ich habe mir jedenfalls von meinem derzeitigen Kunden das benötigte Schriftstück geben lassen:

 

Bundesagentur für Arbeit

Musterstrasse 99


0000 Musterstadt


Bestätigung für das Arbeitsamt


Hr. Gar Nix musste vom 06.04.2009 bis 09.04.2009 kurzfristig als Ersatz für einen Mitarbeiter der ausgefallen ist einspringen. Er war Vorort bei einem Kunden in Untertürkheim eingesetzt wo er von 7.30 Uhr bis 17 Uhr den Arbeitsplatz nicht verlassen konnte.


Für Rückfragen steht Ihnen Hr. Teamleiter (Tel. XXXX) gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Firma


gez. Leiter Arbeitsfeld                                    gez. Teamleiter Arbeitsfeld


05. November 2009. Bewerbungstraining des Arbeitsamtes hat den Steuerzahler viel Geld gekostet und nützt genau gar nix (Telepolis).

06. Mai 2009. Heute am ersten Tag meiner Arbeitslosigkeit habe ich um 11 Uhr 15 den Termin beim Arbeitsamt um den Antrag auf Arbeitslosengeld zu stellen. Insgesamt verlief das Gespräch recht konstruktiv. Mal sehen was rauskommt. Ansonsten musste ich den Termin für das Bewerbergespräch verschieben und habe festgestellt dass man in der Zwischenzeit bereits fast 2 Monate warten muss bis man drankommt. Da ich meine Bewerbungen ja selbst schreiben kann (um die 30 Stück sind bereits draussen) und die Stellen wo ich suchen muss kenne ist das für mich aber kein Problem.

Ausserdem habe ich bei der Krankenkasse eine Bestätigung dafür angefordert dass ich bis jetzt als Selbständiger dort freiwillig versichert war.


07. Mai 2009. Die Bestätigung von der Krankenkasse ist schon angekommen und wurde von mir bei der Agentur für Arbeit abgeliefert.

 

20. Mai 2009. Der Bescheid vom Arbeitsamt kommt: 1183,20 Euro für eine Familie mit 3 Kindern nachdem ich etwa 20 Jahre lang für andere in die Kasse hohe Beiträge einbezahlt habe. Beschwert habe ich mich soeben bereits  über diese Unverschämtheit bei der Agentur für Arbeit und bin auf die ARGE verwiesen worden. Ich habe jedoch erst einmal beim Familienbüro einen Termin für Montag ausgemacht.


Zum Thema Arbeitsplatzsuche habe ich folgende Links:

- Internetadressen für angehende Azubis (Heise).

- Jobbörse www.xing.de, www.monster.de, www.arbeitsagentur.de, www.stepstone.de

- Für Heimarbeit gibt es das Portal Loomondo welches anscheinend durch seriösere Angebote als die Konkurrenz hervorsticht (Heute)

 


 

Mehr zum Geschehen in diesem Jahr findet man in der Wikipedia: 2009

Weiteres zum Thema gibt es unter Arbeitslosigkeit, Und wieder trifft es die Schwächsten ...,
Arbeitslosengeld 2 (ALG2, Hartz4)

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Freelancer aus München 04/27/2009 22:03

Sehr krasse Geschichte - Thx