Atomkraftwerk Grundremmingen

Veröffentlicht auf von Nix

AKW_Grundremmingen.jpgDas AKW Grundremmingen ist mit einer Leistung von 2x1344 MW das deutsche Kernkraftwerk mit der grössten Leistung.  Betreiber ist die Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH (KGG), die zu 75 % der in Essen ansässigen RWE Power AG und zu 25 % der E.ON Kernkraft GmbH gehört (Wikipedia).

2017. Block C soll abgeschaltet werden

2016. Block B soll abgeschaltet werden.

18.09.2009. Nachdem bereits gestern im Untersuchungsausschuss zum Versuchsendlager ASSE  zu Gerüchtenlaut wurden veröffentlicht heute die Presse dass im Endlager ASSE die Asche von den 2 Menschen die durch den Unfall am 19. November 1975 in Grundremmingen starben gefunden wurden (Sueddeutsche, Stern, NDR, n-tv, Focus).
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Januar 2006. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz genehmigt den Bau eines sog. Technologiezentrums im Bereich des ehemaligen Block A. Dort dürfen in Zukunft folgende Arbeiten durchgeführt werden:
  • Bearbeitung sonstiger radioaktiver Stoffe mit dem Ziel der Freigabe,
  • Konditionierung radioaktiver Abfälle,
  • Komponenteninstandhaltung,
  • Herstellung und Lagerung von Werkzeugen und Geräten,
  • Lagerung und Transportbereitstellung von konditionierten und unkonditionierten Abfällen bis zu deren Verarbeitung bzw. deren Abtransport.

Mit der Genehmigung wird auch die Ableitung radioaktiver Stoffe über den Kamin erlaubt. Maximal zulässige Radioaktivitätsabgabe pro Jahr: 50 MBq für aerosolförmige Radionuklide mit Halbwertszeiten von mehr als 8 Tagen (außer Iod-131), maximal 0,5 MBq für Iod-131 und maximal 100.000 MBq für Tritium .


1999 wurde eine Leistungserhöhung für die Blöcke B und C beantragt. Diese liegt jedoch auf Eis.
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1994. Die Betreiber von Grundremmingen kündigen die Verträge mit den Wiederaufbereitungsanlagen La Hague und Sellafield. Die Brennelemente werden langfristig Zwischengelagert.

26. Oktober 1984. Block C wird fertiggestellt.

9. März 1984. Block B wird fertiggestellt.

1983. Man beginnt mit dem Rückbau von Block A des AKW Grundremmingen. Er sollte bis 2005 abgeschlossen werden. Beim Rückbau sollen nach Angaben des Herstellers etwa 10.000 Tonnen Schrott angefallen sein. 86% davon wiederverwertbar. Für 14% benötigt man ein sicheres Endlager für radioaktive Abfälle welches aber technisch bekanntlich nicht machbar ist. Block A hat bis zum Unfall 13,8 Mrd. KWh elektrische Energie in das Stromnetz eingespeist.
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13. Januar 1977. Bei einem Unfall wird der gesamte Reaktor des AKW Grundremmingen A zerstört. Es hatte  bei kaltem unnd feuchten Wetter ausserhalb des AKWs an zwei Hochspannungsleitungen Kurzschlüsse gegeben. Daher musste eine Schnellabschaltung eingeleitet werden. Mehrere Anlagenteile funktionierten nicht richtig. Durch die Fehlsteuerung wurde zuviel Wasser in den Reaktor gepresst. Durch Überdruckventile ergossen sich dann 200.000 Liter und radioaktives Wasser mit einer Temperatur von 80°C in das Reaktorgebäude. Dort staute es sich bereits 10 Minuten  etwa drei bis vier Meter hoch auf.

Das Wasser wurde anschließend wie die Gase die frei geworden waren einfach in die Umwelt abgeleitet. Die Krebsrate in der Umgebung ist jetzt sehr hoch. Bei Insekten werden viele Missbildungen beobachtet (ÖDP). 

Neben der Instandsetzung verlangten Politik und Aufsichtsbehörden eine Modernisierung der Leit- und Sicherheitstechnik. Wegen der für die Modernisierung erforderlichen Investitionen von 180 Millionen DM verzichteten die Betreiber später auf eine Wiederinbetriebnahme, zumal sich die neuen Blöcke B und C bereits im Bau befanden. Die kontaminierten Stahlteile wurden in Behälter gegossen und im Zwischenlager Mitterteich eingelagert.

 

19. Juli 1976. Man beginnt mit dem Bau der Blöcke B und C.

 

1976. Das AKW Grundremmingen A wird ausschließlich mit Plutonium (MOX-Brennelemente) betrieben.

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19. November 1975, 10 Uhr 42. Im AKW Grundremmingen kommt es zu deinem Unfall bei dem zwei Menschen sterben. Bei Arbeiten an einen Nebensystem des Primärkreislaufs lösen 2 Schlosser die Halterung einer Stopfbuchse und es tritt explosionsartig ein radioaktives Dampf-Wasser-Gemisch mit einer Temperatur von 280°C aus. Das Leitungssystem war aus Zeitgründen und Kostenersparniss noch unter Druck.

Der jüngere der beiden, ein Meister im Alter von 34 Jahren wurde von dem Strahl direkt getroffen und ist sofort gestorben. Er konnte erst 15 Minuten nach dem Unfall von anderen Kraftwerksmitarbeitern in schweren Strahlenschutzanzügen geborgen werden.

Der andere war 46 Jahre alt und konnte sich zunächst  trotz schwerer Verbrennungen aus dem engen Raum retten. Er wurde zur Notversorgung in das nahe Krankenhaus Lauingen gebraucht. Danach kam er mit einem Hubschrauber in eine Klinik für Brandverletzungen wo er in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages verstarb.

Nachdem erste Messungen der Radioaktivität erhöhte Werte ergeben hatten die beiden Leichen unter besonderer Abschirmung ist das Schwabinger Krankenhaus in München gebracht. Eine Dekontamination durch Abwaschen war wegen der grossflächigen Verbrennungen nicht möglich. Die Obduktion fand 2 Tage später statt. Von den beiden Leichen wurden dazu Teile abgetrennt (Lungenteile, Hirnhaut, Schilddrüse, Nieren, Teile von Leber und Milz) und bei der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung in München auf Radioaktivität untersucht. Die Strahlung soll den Untersuchungsergebnissen nach wegen der nur kurzen Strahlungsdauer keine möglichen Grenzwerte erreicht hatte. Die meiste Strahlung wurde an den Resten von Kleidern und Haaren festgestellt.

Nach der Obduktion wurden die Leichen im Schwabinger Krankenhaus in Zinksärge eingelötet. Die Angehörigen durften sie nicht noch einmal sehen. Sechs Tage nach dem Unfall wurden die beiden Männer in Lauingen unter Anteilnahme von Atomkraftwerksleitung und Aufsichtsbehörde beerdigt.
In den ersten Meldungen der Behörden war noch von einer "starken Kontamination" bei dem Unfall die Rede. Später wurde daraus "radiologisch bedeutungslos". Die Unterlagen zu den entnommenen Organteilen bekamen den Stempel "vertraulich". Bis 1976 lagerten die Leichenteile bei der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung in Neuherberg. Später wurden sie als "klinische Abfälle" deklariert und im Kernforschungszentrum Karlsruhe verbrannt. Die Asche kam in 200-Liter-Fässern in das Salzbergwerk ASSE. Genau sagen kann später niemand mehr wo die menschlichen Überreste liegen.
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1974. Das AKW Grundremmingen A wird teilweise mit Plutonium (MOX-Brennelemente) bestückt.

 

Dezember 1966. Das AKW Grundremmingen A geht ans Netz.

 

1963. Der TÜV äußert nach der Prüfung der Baupläne für das AKW schwerste Bedenken weil bei einem Bruch der Speisewasserleitung das Reaktordruckgefäß innerhalb von 10 Sekunden alles Wasser verlieren. würde. In der Folge würden praktisch alle radioaktiven Spaltprodukte aus dem AKW in die Atmosphäre freigesetzt werden. Das bayerische Umweltministerium gibt dennoch die Genehmigung zum Bau (ÖDP).

 

14. Dezember 1962. Bereits jetzt nur 5 Monate nach Antragsstellung wird der Bau des AKW Grundremmingen genehmigt. Zuvor war eine protestierende „Notgemeinschaft Atom-Kraftwerk Gundremmingen-Offingen“ wurde mit in Aussicht gestellten Geldern zum Verstummen gebracht worden.

 

13. Juli 1962. Nachdem die Stadt Nürnberg wegen ihrer Trinkwasserschutzgebiete im Mündungsgebiet des Lechs gegen den anfangs geplanten Standort Bertoldsheim an der Donau protestiert hatte, wurde rund 50 Kilometer donauaufwärts in Gundremmingen (Wikipedia) Deutschlands erstes Großkernkraftwerk am 13. Juli 1962 beantragt, schon am 14. Dezember 1962 genehmigt und im Dezember 1966 in Betrieb genommen. 

 


 

Mehr zum Geschehen in diesem Jahr findet man in der Wikipedia: 2009


Ähliche Themen sind: Atomkraft "Nein Danke!, Atommüllagerung - ASSE, Gorleben und Co.,

Erneuerbare und Energiespeicher, Atom-"Energie" beim Militär



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Das Bild vom Mobiltelefon stammt von Wikimedia Commons von Andrew Fitzsimon
und wurde unter der public domain Lizenz veröffentlicht.
Das Bild "Atomkraftwerk Grundremmingen" stammt von Wikimedia Commons von TaylorNews
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Veröffentlicht in Politik und Wirtschaft

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